Nun habe ich schon einen ganzen Monat Zeit, um die ewige Stadt kennen zu lernen und werde wohl dennoch längst nicht alles Interessante besichtigen können.
Als Lateinstudentin besuche ich natürlich zuerst die berühmten Hinterlassenschaften der “ollen Römer”, und schon hier habe ich reichlich Auswahl. Selbstverständlich fallen einem zu dem Thema sofort das Kolosseum, die Trajansmärkte oder das Forum Romanum ein, die ich auch direkt in den ersten paar Tagen mit meinem Besuch beehrt habe.
Nur gut, dass es Februar ist, und sich dementsprechend die Touristenmassen noch halbwegs in Grenzen halten. Dabei wird es an sonnigen Tagen schon mehr als 15 Grad warm. (Die Italiener laufen aber trotzdem noch in dicken Winterjacken umher.)
Aber antike Überreste findet man noch an vielen anderen Stellen im Stadtbild. Vom Castro Pretorio in der Nähe der Universität hatte ich beispielsweise nie zuvor gehört, obwohl die hohen Einfassungsmauern des ehemaligen Prätorianerlagers mehr als beeindruckend sind. Heute befindet sich im Inneren eine Bibliothek.
Auch besitze ich schon ein Foto von mir (und Marco) auf der Spanischen Treppe. Meine beiden Mitbewohner haben mich gleich an meinem zweiten Abend dorthin gelotst. Marco hat natürlich sofort den Gigolo gemimt und Teresa hielt prompt alles im Bild fest.
Meine Idee, den Führerschein mitzunehmen, war übrigens ganz gut, denn auch wenn man mit dem Zug problemlos in die Umgebung kommt, hätte ich den schönen Ausflug in die Albaner Berge ohne Auto nicht machen können.
Mitunter habe ich nämlich auch das Gefühl, der riesigen Stadt einmal für einige Stunden entkommen zu müssen. So habe ich auch Ostia kennen gelernt. Die Strände dort sind aber tatsächlich nicht so toll.
Nach der Rückkehr am späten Nachmittag bin ich dann schon ein paar Mal im Petersdom gewesen. Diesen steinernen Riesen kann man nämlich unmöglich bei nur einem Besuch erfassen. Ich wollte nicht zuletzt auch ausreichend Zeit haben, Michelangelos berühmte Pieta auf mich wirken zu lassen.
Und wenn sich im Dom nicht mehr ganz so viele Besucher tummeln, hat er ohnehin eine ganz andere Atmosphäre. (Mittags fühlt man sich dort eher wie auf einem Marktplatz.)
Und dann der beleuchtete Petersplatz im Dunkeln: Wahnsinn!
Die unvergleichlichen Kunstschätze der Vatikanischen Museen werde ich allein schon wegen der Sixtina wohl auch mindestens noch ein zweites Mal besuchen – vielleicht an einem Sonntag mit freiem Eintritt.
Am liebsten aber genieße ich Rom wie die Römer selbst: im Straßencafe auf einem der unzähligen schönen Plätze. Diese einzigartige Atmosphäre werde ich wohl nie vergessen!